Da Arbeitgeber versucht sein könnten, Vertragsarbeit zu nutzen, um gesetzlichen Ansprüchen von Arbeitnehmern und tarifvertraglichen Verpflichtungen zu entgehen, musste der Arbeitsgericht über den befristeten Vertrag und den Anspruch eines unabhängigen Auftragnehmers hinausblicken, um die Realität der Beziehung zu ermitteln. Dies geschah im Fall Schlumberger (supra), wo das Unternehmen behauptete, dass der Arbeitnehmer, der länger als zehn Jahre mit aufeinanderfolgenden Sechsmonatsverträgen beschäftigt war, befristet beschäftigt war, nicht unter die Definition des Begriffs “Arbeitnehmer” im Gesetz über Kürzungs- und Abfindungen falle und daher keinen Anspruch auf Abfindung habe. Der Gerichtshof stellte fest, dass weder der Arbeitnehmer noch der Arbeitgeber aus dem Gesetz aussteigen konnten, und stellte fest, dass der Arbeitnehmer trotz der sechsmonatigen Verträge ununterbrochen bei der Gesellschaft beschäftigt war und somit Anspruch auf Abfindung hatte. Im Mai 2012 unterzeichneten die Sozialpartner der deutschen Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg einen neuen Tarifvertrag. Die Beschäftigten in der Industrie erhalten Lohnerhöhungen, und die Vereinbarung sieht auch neue Regelungen für Leiharbeitnehmer und Auszubildende in metallverarbeitenden Betrieben vor. Sie hat eine Laufzeit von 13 Monaten und dient als Pilotvereinbarung für andere Regionen. Ende desselben Monats wurde außerdem eine gesonderte Vereinbarung über Leiharbeitnehmer in der Branche geschlossen. In Bezug auf die Bedingungen der Vereinbarung hob Huber die neuen Bedingungen für Leiharbeitnehmer in metallverarbeitenden Betrieben hervor und sagte, dass der Kompromiss den Arbeitsteilungen in den Betrieben entgegengewirkt habe, während gleichzeitig die Tarifverträge der IG Metall flexible Lösungen für eine “flüchtige Wirtschaft” lieferten. Gewerkschaftliche Arbeitnehmer können sich darauf verlassen, dass ihre repräsentativen Verbände oder Gewerkschaften in ihrem Namen faire Arbeitszeiten aushandeln.

Nicht gewerkschaftlich organisierte Arbeitnehmer, die in einem Betrieb, in dem es keinen Tarifvertrag gibt, mehr als 10,50 Dollar pro Stunde verdienen, müssen sich jedoch selbst wehren. Nach abschluss des neuen Tarifvertrags in Baden-Württemberg bedankte sich IG-Metall-Vorsitzender Berthold Huber in einer Presseerklärung am 19. Mai bei allen Beschäftigten, die sich an bundesweiten Warnstreiks beteiligt hatten.